Blog | 08.02.2021

Zukunft des Einzelhandels nach COVID-19: Brexit und Diversifizierung von Supply Chains

Thumbnail: Eine Kunde bezahlt kontaktlos mit dem Smartphone

Einen Monat nach dem in letzter Minute beschlossenen Brexit-Abkommen bemühen sich Einzelhändler in Großbritannien, in der EU und auf der ganzen Welt immer noch, zu verstehen, was genau die neuen Handelsbedingungen für sie bedeuten und wie sie ihre Supply Chains und Betriebsmodelle entsprechend anpassen können.

Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals sind zunehmend frustriert, weil die Anwendung der neuen Regeln unklar ist und der hohe bürokratische Aufwand an den Grenzen Importe und Exporte ausbremst. Es ist beunruhigend, dass immer wieder Einzelhändler und Kurierdienste Lieferungen aus Großbritannien in die EU aussetzen oder einschränken, weil sie mit den neuen Grenzkontrollen und Einfuhrsteuern zu kämpfen haben.

Brexit und Covid-19 als Treiber für neue Ansätze

Die Vorstellung, dass das Brexit-Abkommen die Unsicherheit der letzten fünf Jahre beendet, war offensichtlich Wunschdenken. Und natürlich stellt nicht nur der Brexit den Einzelhandel vor Herausforderungen. Die anhaltenden Auswirkungen von COVID-19 sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Die gesamte Branche steht unter immensem Druck, sei es der Lebensmittelsektor, in dem die Nachfrage (und die Umsätze) weiter steigen, oder der Modebereich, in dem die erzwungenen Ladenschließungen und der Nachfragerückgang katastrophale Auswirkungen haben.

Umgang mit Supply-Chain-Risiken im Jahr 2021

Führungskräfte im Einzelhandel sollten dieses Jahr wahrscheinlich einen ähnlichen Ansatz verfolgen wie 2020, sich also auf operative Agilität, Belastbarkeit und Risikominderung konzentrieren.

Einzelhändler benötigen die richtigen Technologien, Prozesse und Ressourcen, um schnell auf neue Situationen reagieren zu können, zumal die Schließungsmaßnahmen immer wieder sehr kurzfristig gelockert und verschärft werden.

In der aktuellen Marktsituation wird es immer wichtiger, unterbrechungsfreie Services sicherzustellen und ein optimales Kundenerlebnis über mehrere Kanäle zu bieten. Verbraucher zeigen keine Nachsicht, wenn Produkte nicht verfügbar sind oder das Kundenerlebnis leidet, selbst wenn die Ursachen außerhalb der Kontrolle des Händlers liegen.

Stärkerer Fokus auf die Diversifizierung von Supply Chains

Einzelhändler und Hersteller konzentrieren sich seit einigen Jahren auf die Diversifizierung ihrer Supply Chains, da der wirtschaftliche Nationalismus in vielen der ökonomisch wichtigsten Länder der Welt wächst und der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter anhält.

Schon vor Beginn der Pandemie erkannten viele Einzelhändler, dass es strategisch zunehmend wichtig ist, mit mehr Lieferanten zusammenzuarbeiten, und erwähnen ihre Fortschritte in ihren Finanzberichten. COVID-19 hat jedoch gezeigt, dass viele dieser Unternehmen noch einen weiten Weg vor sich haben.

COVID-19 hat bei vielen Unternehmen eine globale Supply-Chain-Krise ausgelöst, die aus einem mangelnden Verständnis und einer mangelnden Flexibilität der verschiedenen Ebenen ihrer weltweiten Supply Chains und einer fehlenden Diversifizierung ihrer Beschaffungsstrategien resultiert.
Baker McKenzie Bericht: Beyond COVID-19: Supply Chain Resilience Holds Key to Recovery

Einzelhändler wissen, dass sie ihre Supply Chains ausweiten müssen, um ihr Risiko (und die potenziellen Auswirkungen) zu minimieren, wenn ein wichtiger Lieferant aufgrund der Pandemie seinen Betrieb einstellt oder Bestellungen nicht erfüllen kann.

Auch der Brexit trägt zu dieser Notwendigkeit bei. Neue Lieferanten (die sich überall auf der Welt befinden können) zu identifizieren zu prüfen und einzubinden, ist jedoch keine leichte Aufgabe, und während einer Pandemie ist dies noch viel schwieriger.

Mehr denn je müssen Einzelhändler mit Lieferanten zusammenarbeiten, denen sie vertrauen können, deren Infrastruktur und Prozesse auch schwierigen Zeiten standhalten und deren Wertesystem und Geschäftsansatz zu ihnen passen. Es erfordert viel Sorgfalt, den richtigen Lieferanten zu finden und geschäftliche Bedingungen zu vereinbaren. Danach ist es eine komplexe logistische Aufgabe, den neuen Lieferanten einzubinden, Systeme, Prozesse und Mitarbeiter zu integrieren und die neue Arbeitsbeziehung in Gang zu setzen.

Angesichts so vieler anderer dringender Prioritäten ist es keine Überraschung, dass Einzelhändler immer noch Schwierigkeiten haben, ihre Supply Chains geeignet zu diversifizieren. Also werden wir wahrscheinlich immer mehr Berichte über Einzelhändler sehen, die von ihren Supply Chains im Stich gelassen werden, und Bilder von Lücken in Ladenregalen. Die potenziellen Auswirkungen auf das Kundenerlebnis, den Ruf der Marke und den Umsatz sind offensichtlich.

Die Rolle der intelligenten Automatisierung in der Diversifizierung von Supply Chains

Die größten Hindernisse für die Diversifizierung ihrer Supply Chains sind für die meisten Einzelhändler Ressourcen und Kosten. Sie haben einfach nicht die Zeit, diesen Prozess anzugehen, der zu Recht als komplex und mühsam angesehen wird – vor allem während der Pandemie, wo es so viele dringendere und sichtbarere Prioritäten gibt.

Wir arbeiten jetzt jedoch mit einer Reihe von Einzelhändlern zusammen, um herauszufinden, wie die intelligente Automatisierung ihnen bei der Lösung dieses Ressourcenproblems helfen kann. Dabei werden Digital Worker für zeitraubende Routineaufgaben bereitgestellt, die mit dem Finden, Ansprechen, Auswählen und Onboarding neuer Lieferanten einhergehen, sei es im Inland, im benachbarten Ausland oder weltweit.

Mit einer intelligenten Digital Workforce, die je nach Geschäftsanforderungen in Echtzeit hoch- oder herunterskaliert werden kann, können Einzelhändler prozessgesteuerte Arbeiten in jedem Bereich der Supply-Chain-Verwaltung und -Optimierung automatisieren.

Bei der Diversifizierung der Supply Chain können Digital Worker auf vielfältige Weise eingesetzt werden:

  • Sammeln und Analysieren von Daten, um Lieferanten zu vergleichen
  • Genaue Nachhaltigkeitsprüfung von neuen Partnern
  • Koordination vertragsbezogener Prozesse
  • Onboarding neuer Lieferanten und Integration von Systemen und Prozessen
  • Verwaltung laufender Geschäftsbeziehungen
  • Berichte zur Leistung von Lieferanten

Auf diese Weise können Führungskräfte im Einzelhandel diese wichtige strategische Herausforderung ganz anders angehen. Eine Digital Workforce kann den Zeitaufwand für das Finden und Onboarding neuer Lieferanten drastisch verringern und dann die transparente und strategische Verwaltung dieser Geschäftsbeziehungen unterstützen.

Außerdem haben qualifizierte Mitarbeiter so mehr Zeit, sich auf den Aufbau enger Beziehungen zu den Lieferanten zu konzentrieren. Dies ermöglicht eine frühzeitige Erkennung potenzieller Lieferprobleme, damit sie angegangen werden können, bevor sie sich auf Kunden und Umsätze auswirken.

Da also die Auswirkungen des Brexit weiterhin für Chaos an den Grenzen Großbritanniens und für Verwirrung auf der ganzen Welt sorgen und COVID-19 weiterhin das Schicksal und die Existenz großer und kleiner Unternehmen bedroht, können Einzelhändler die Diversifizierung ihrer Supply Chains nicht mehr als ein langfristiges Ziel vor sich herschieben. Sie ist zu einer der dringlichsten Prioritäten geworden, um in einer turbulenten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mit intelligenter Automatisierung können Einzelhändler viele der bisherigen Hindernisse bei Suche und Onboarding neuer Lieferanten bewältigen, Risiken minimieren und sicherstellen, dass sie in der Lage sind, die Produktverfügbarkeit zu wahren und die Bedürfnisse der Kunden während der Pandemie und danach zu erfüllen.

Lesen Sie auch unseren Artikel „Die Zukunft des Einzelhandels nach COVID-19: Geschäftskontinuität und Anpassungsfähigkeit.“

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